Nur Gemeinsam – Statement der aktiven Gruppen der Nordtribüne zum Saisonstart

Moin HSV-Fans,
mit einem unglaublichen Zusammenhalt zwischen uns Fans auf den Rängen und der Mannschaft auf dem Rasen haben wir in der zurückliegenden Saison jede noch so schwere Phase durchgestanden. Wir haben Woche für Woche alles gegeben und wurden endlich für unsere unumstößliche Treue belohnt. Die magische Nacht gegen Ulm wird für immer in unseren Herzen verankert sein.

Jetzt gilt es an das gelungene Auftaktspiel in Mönchengladbach anzuknüpfen und ebenjenen Zusammenhalt, der uns so stark macht, weiter zu leben. Das Saisonziel in der ersten Liga kann nur Klassenerhalt heißen. Dafür brauchen wir wie in der Endphase der vergangenen Saison den bedingungslosen Einsatz jedes Einzelnen. Besonders in möglicherweise auf uns zukommenden schweren Wochen gilt es die Ruhe zu bewahren, Zweifel beiseite zu schieben und gemeinsam voranzugehen. Nur so können wir erfolgreich sein. Pfiffe und frühzeitiges Verlassen des Stadions, wie wir es zwischenzeitlich in der letzten Saison erlebt haben, helfen unserer Mannschaft dagegen nicht weiter.

In der neuen Saison freuen wir uns vor allem auf packende Duelle mit vielen alten Rivalen, müssen uns aber leider auch wieder mit einigen Konstrukten rumärgern, die aus unserer Sicht niemals eine Existenzberechtigung in der Bundesliga hatten und haben werden. Wir werden nicht müde, unsere berechtigte Kritik in die Stadien zu tragen.

Mit Blick auf die gesamte Saison und besonders die Derbys erinnern wir gerne an die Worte unseres Cheftrainers Merlin Polzin. Jeder HSV-Fan, der das Privileg hat, die Spiele im Stadion verfolgen zu dürfen, hat den Auftrag so laut wie möglich zu sein, die Mannschaft maximal nach vorne zu treiben und die Festung Volkspark zum Beben zu bringen. Im Gegenzug erwarten wir selbstverständlich auch von unserer Mannschaft auf dem Rasen den bedingungslosen Einsatz von der ersten bis zur letzten Minute.

Auf geht´s HSV!
Die aktiven Gruppen der Nordtribüne Hamburg

Neue Saison – Gleiche Forderung: Verbandsstrafen Abschaffen

1: Strukturreform jetzt!

Das aktuelle System der Verbandsstrafen ist willkürlich, intransparent und rechtlich hochproblematisch. Es basiert auf unterschiedlichen Rechts-und Verfahrensordnungen, die weder rechtsstaatlichen Prinzipien genügen noch Beteiligung oder Nachvollziehbarkeit gewährleisten. Wir fordern deshalb nicht nur Reformen – wir fordern die vollständige Abschaffung der Verbandsstrafen.

Bereits jetzt geraten erste Clubs durch die Sanktionen in massive wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Verbände entfernen sich zunehmend von ihrer eigentlichen Aufgabe – dem Schutz und der Förderung des Fußballs als gesellschaftliches Gut. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass Machtpositionen zementiert und finanzielle Interessen über die Gemeinschaft gestellt werden. Es braucht dringend eine grundlegende Neuausrichtung der Verfahren und Entscheidungsstrukturen – im Sinne der Transparenz, der Fairness und mit dem Ziel, Sanktionen auszusetzen und Raum für neue, faire Lösungen zu schaffen.

2: Für einen offenen und ehrlichen Diskurs!

Vereine und Fanszenen haben sich längst zusammengeschlossen, um gemeinsam für eine gerechtere Lösung im Umgang mit Fankultur und Sanktionen zu kämpfen. Was fehlt, ist die Bereitschaft der Verbände, sich diesem Dialog zu stellen.

Wir fordern einen offenen und transparenten Diskurs aller Beteiligten – Verbände, Vereine, Fans. Sicherheit im Stadion darf nicht länger rein autoritär gedacht werden: Sie entsteht nicht gegen, sondern nur mit den Menschen, die Woche für Woche für Stimmung, Identifikation und Gemeinschaft sorgen. Die pauschale Ablehnung von Pyrotechnik und die Ignoranz gegenüber positiven, kreativen Entwicklungen der Fankultur verhindern authentischen Fortschritt. Die Verbände sind jetzt in der Pflicht: Statt Abschottung braucht es Gesprächsbereitschaft, Augenhöhe und Reformwillen. Immer mehr Mitgliederbeschlüsse in der Breite der Vereine zeigen: Wir kämpfen aus Überzeugung – und wir werden nicht aufhören, bis Verbandsstrafen für nicht-missbräuchlich eingesetzte Pyrotechnik der Vergangenheit angehören.

3: Willkür beenden – echte Gerechtigkeit schaffen!

Die Praxis der Verbandsstrafen ist willkürlich, intransparent und trifft Vereine massiv – nicht nur bei Pyro-Vorfällen. Ob Zaunfahne, Spruchband oder Verhalten Einzelner: die Strafhöhen variieren stark, oft ohne nachvollziehbare Begründung. Die Konsequenzen reichen von eingeschränkter Handlungsfähigkeit bis hin zu existenzbedrohenden finanziellen Belastungen, die besonders kleinere Vereine nicht mehr stemmen können.

Es entsteht der Eindruck, dass sich Verbände an der Fankultur bereichern, obwohl sie als gemeinnützige Organisationen wie der NOFV dazu rechtlich gar nicht befugt sind. Positive, kreative Fankultur wird dadurch ignoriert oder sogar kriminalisiert. Das ist nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern beschädigt auch das Vertrauen in faire Verfahren und öffnet der populistischen Stimmungsmache Tür und Tor. Gerade hier zeigt sich: Die Verbände überschreiten ihre eigentliche Rolle und legitimieren ein System, das nicht auf Gerechtigkeit, sondern auf Machterhalt basiert. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.

Unser Ziel ist deshalb klar: Abschaffung der Verbandsstrafen mit Hilfe von strukturellen Reformen – und eine Fußballkultur, in der Vielfalt und Meinungsfreiheit geschützt werden.

Über uns: Die neue Saison steht vor der Tür – und mit ihr eine engagierte, kämpferische Bewegung, die sich für die Rechte und faire Behandlung von Fankultur und für die Souveränität der Vereine einsetzt. Unter dem Dach von „Verbandsstrafen abschaffen“ vernetzen sich Vereine und Fanszenen bereits seit über einem Jahr und fordern eine grundlegende Veränderung der Strafenpolitik der Verbände, damit die Interessen der Basis unseres Sports in angemessenem Umfang berücksichtigt werden. Es geht nicht nur um Pyrotechnik – es geht um strukturelle Gerechtigkeit, um Meinungsfreiheit und um den respektvollen Umgang mit engagierter Vereinsarbeit.

Fanszenen Deutschland im August 2025

Satzung pur statt „Raute pur“

„Blau-weiß-schwarz sind unsere Farben…“. Diese Worte aus der Vereinshymne sind nicht irgendein Marketing-Detail, sondern an vorderster Stelle festgeschrieben in unserer Hymne und Satzung. Unsere Farben und unsere Raute sind das Fundament unserer Identität. Ohne sie ist der HSV nicht der HSV, sondern ein beliebiger Verein unter vielen.

Die Vereinsführung scheint das vergessen zu haben. Im Aufstiegstaumel spricht der Vorstand von Identität und Demut – und lebt gleichzeitig das Gegenteil: Mit einem Trikot, das in Neongelb und Pink daherkommt, und einem, das unsere Raute nicht respektiert.
Statt Stolz auf unsere Wurzeln: Beliebigkeit unter dem Etikett „Raute pur“. Das klingt, als wäre die Farbe Blau verzichtbar.

Für uns ist der blaue Grund seit über 100 Jahren ein unverhandelbares Element unseres Vereinswappens. Wir lehnen diese Trikots und diese unvollständige Raute ab!
Im Volksparkstadion und bei allen HSV-Spielen vertreten wir HSV-Fans die Farben Blau, Weiß und Schwarz.

Das gilt in besonderem Maße für die Nordtribüne und alle Stehplatzbereiche.
An dieser Stelle verweisen wir gern noch einmal auf unseren Wertekatalog (Unsere Werte).

Die Mannschaft unseres Vereins spielt in den Farben der Stadt (Rot-Weiß) und des Vereins (Blau-Weiß-Schwarz) – und mit einer schwarz-weißen Raute auf blauem Grund. Alles andere ist eine Verfälschung! Zur Erinnerung: Unsere Satzung ist kein Serviervorschlag – sie ist Verpflichtung!

Wer sich auf Identität beruft, muss sie auch schützen. Schluss mit Fehlfarben. Schluss mit „Raute pur“. Schluss mit Identität light.

Förderkreis Nordtribüne
im Juli 2025

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