Satzung pur statt „Raute pur“

„Blau-weiß-schwarz sind unsere Farben…“. Diese Worte aus der Vereinshymne sind nicht irgendein Marketing-Detail, sondern an vorderster Stelle festgeschrieben in unserer Hymne und Satzung. Unsere Farben und unsere Raute sind das Fundament unserer Identität. Ohne sie ist der HSV nicht der HSV, sondern ein beliebiger Verein unter vielen.

Die Vereinsführung scheint das vergessen zu haben. Im Aufstiegstaumel spricht der Vorstand von Identität und Demut – und lebt gleichzeitig das Gegenteil: Mit einem Trikot, das in Neongelb und Pink daherkommt, und einem, das unsere Raute nicht respektiert.
Statt Stolz auf unsere Wurzeln: Beliebigkeit unter dem Etikett „Raute pur“. Das klingt, als wäre die Farbe Blau verzichtbar.

Für uns ist der blaue Grund seit über 100 Jahren ein unverhandelbares Element unseres Vereinswappens. Wir lehnen diese Trikots und diese unvollständige Raute ab!
Im Volksparkstadion und bei allen HSV-Spielen vertreten wir HSV-Fans die Farben Blau, Weiß und Schwarz.

Das gilt in besonderem Maße für die Nordtribüne und alle Stehplatzbereiche.
An dieser Stelle verweisen wir gern noch einmal auf unseren Wertekatalog (Unsere Werte).

Die Mannschaft unseres Vereins spielt in den Farben der Stadt (Rot-Weiß) und des Vereins (Blau-Weiß-Schwarz) – und mit einer schwarz-weißen Raute auf blauem Grund. Alles andere ist eine Verfälschung! Zur Erinnerung: Unsere Satzung ist kein Serviervorschlag – sie ist Verpflichtung!

Wer sich auf Identität beruft, muss sie auch schützen. Schluss mit Fehlfarben. Schluss mit „Raute pur“. Schluss mit Identität light.

Förderkreis Nordtribüne
im Juli 2025

Testspiel in Kopenhagen

Testspiel in Kopenhagen

Dieses Testspiel hat aufgrund der nun seit 20 Jahren bestehenden Freundschaft einen ganz besonderen Charakter. Daher wird ausdrücklich darum gebeten, sich auf den Straßen Kopenhagens und auch im Stadion respektvoll zu verhalten.

Einordnung der Anträge zur MV am 21.06.2025

Im Rahmen der am Samstag, den 21. Juni 2025, stattfindenden Mitgliederversammlung, werden neben der von uns bereits thematisierten Präsidiumswahl auch zahlreiche Anträge zur Abstimmung gestellt. Diese betreffen überwiegend Satzungsänderungen sowie organisatorische und strategische Anpassungen für die Zukunft unseres Vereins. Im Folgenden werden wir euch die Anträge kurz zusammenfassen und vereinzelt aus unserer Sicht einordnen:

1. Vereinsfarben und Vereinszeichen

Mit diesem unterstützenswerten Antrag sollen die Vereinsfarben und das Vereinszeichen in der Satzung klarer verankert werden. Insbesondere wird ergänzt, dass Auswärts-, Ausweich- und Sondertrikots des Vereins entweder die Vereinsfarben (blau, weiß, schwarz) oder die Stadtfarben (rot, weiß) tragen müssen, um die Identität und das einheitliche Erscheinungsbild des Vereins zu stärken. Farben wie Orange, Pink oder Grau haben auf der Spielkleidung unseres Vereins nichts zu suchen. Es wäre wünschenswert, wenn sich auch die HSV Fußball AG & Co. KGaA an diesen Teil der Vereinssatzung halten würde.

2. Kapitalerhöhung & Supporters Trust

Dieser Antrag sieht vor, das Präsidium zu ermächtigen, Kapitalerhöhungen bis zu 50% zu ermöglichen, die Gründung eines HSV Supporters Trust als Genossenschaft zu beauftragen und eine Kooperationsvereinbarung zwischen Verein und Trust zur Umsetzung des Modells abzuschließen. Der Antrag wird von der Abteilungsleitung des Supporters Clubs gestellt und soll demnach weitere Ausgaben von Aktien in Form einer fanbasierten Kapitalbeteiligung ermöglichen. Das dadurch generierte Kapital soll primär für infrastrukturelle Maßnahmen verwendet werden. Durch die kurzfristigen Entwicklungen rund um einen geplanten Stadionneubau, gilt es vorab sicherzustellen, dass das eingesammelte Kapital auch wirklich nur für sinnvolle und nachhaltige Investitionen verwendet werden kann. Dies ist durch die Formulierung einer Trust-Satzung und vor jeder Freigabe von Geldern sicherzustellen.

3. Anpassung Geschäftsjahr und Zeitpunkt von Mitgliederversammlungen

Das Geschäftsjahr des Vereins soll durch den Antrag vom bisherigen Zeitraum (1. Juli bis 30. Juni) auf das Kalenderjahr (1. Januar bis 31. Dezember) umgestellt werden. Die HSV Fußball AG & Co. KGaA und der HSV e.V. hätten damit dann zwei unterschiedliche Geschäftszeiträume. Leider werden kaum plausible Gründe für diese Anpassung genannt.

4. Anpassung an Anforderungen von DFB und DFL

Die Vereinssatzung soll an die aktuellen Lizenzierungsanforderungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) angepasst werden, um die formell notwendigen Voraussetzungen des Profifußballbetriebs der Frauen und Männer zu erfüllen.

5. Wahlmechanismen und geschlechterdiverse Besetzung

Mit diesem Antrag sollen Wahlmechanismen vereinheitlicht und eine Regelung zur geschlechterdiversen Besetzung der Vereinsgremien in die Satzung aufgenommen werden. Konkreter wird eine verbindliche Regelung eingeführt, die fordert, dass in jedem Gremium mindestens zwei Geschlechter vertreten sein müssen. Falls sich mehrere Personen unterschiedlicher Geschlechter um das gleiche Amt bewerben, wird bei der letzten zu besetzenden Position die geschlechterdiverse Besetzung priorisiert zur Wahl gestellt und soll damit die Diversität im Verein stärken. Wir begrüßen diese zeitgemäße Anpassung und erwarten während der Mitgliederversammlung hierzu eine sachgemäße und respektvolle Auseinandersetzung. Als Mitglieder sollten wir bei diesem Thema die Chance nutzen, als Vorbild für andere Vereine voranzugehen.

6. Protokoll der Mitgliederversammlung

Die Protokollierung von Mitgliederversammlungen soll in der Satzung sinnvollerweise präzisiert und hinsichtlich Transparenz, Umgang und Nachvollziehbarkeit angepasst werden.

7. Format der Mitgliederversammlung

Mit diesem Antrag wird erneut versucht, dass Mitgliederversammlungen in einer hybriden Versammlung und damit auch jegliche Abstimmungen in einem digitalen Format angeboten werden müssen. Anträge dieser Art wurden bereits in der Vergangenheit in gemeinsamer Einigkeit aller Gremien zurecht abgelehnt. Auch die Vergangenheit hat gezeigt, dass digital geführte Debatten nicht zielführend sind. Daher hat die Partizipation an derart wichtigen Vereinsprozessen für uns auch weiterhin persönlich zu erfolgen. Dass der Antragsteller zuletzt Strafantrag wegen Betrugs gegen Ex-Sportvorstand Jonas Boldt stellte und erst im April einen Rechtsstreit gegen den HSV um angebliche Provisionen in Millionenhöhe verlor, soll im Zuge von transparenter Vereinsteilhabe hier nicht unerwähnt bleiben.

8. Bildung einer Arbeitsgruppe zur Erstellung einer Finanzordnung

Durch diesen Antrag soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die eine detaillierte Finanzordnung für den Verein erarbeitet, um diese zu strukturieren. Damit sollen verbindliche und nachvollziehbare Regelungen für finanzielle Angelegenheiten des Vereins geschaffen werden. Da auch wir zuletzt im Sinne aller Mitglieder mehr Transparenz, z.B. im Umgang mit Mitgliedsbeiträgen forderten, begrüßen wir diesen Antrag sehr.

9. Änderung des Zeitraums des Nachhaltigkeitsberichts

Dieser Antrag des scheidenden Präsidiums soll bewirken, dass der HSV-Nachhaltigkeitsbericht nur noch alle zwei Jahre, statt aktuell jährlich, erstellt wird. Konkrete Gründe dafür werden nicht genannt. Vermutlich sollen damit finanzielle Mittel auf Kosten einer transparenten Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsthemen im Verein eingespart werden . Zusammen mit dem Antrag zur Änderung des Geschäftsjahres, könnten dem Nachhaltigkeitsbericht des e.V.s durch das konträre Geschäftsjahr zur HSV Fußball AG & Co. KGaA noch mehr Steine in den Weg gelegt werden und dies zur Folge haben, dass beide Seiten nicht mehr im gleichen Umfang zur Nachhaltigkeit berichten werden.

10. Erstellung eines neuen HSV-Leitbildes

Der Verein soll durch den Antrag ein zeitgemäßes Leitbild erarbeiten. Neben Mitgliedern sollen auch externe Sponsoren daran mitwirken, was sich uns nicht erschließt. Der Antrag scheint für seine eigentlichen Absichten konzeptlos und wirkt in dieser Form nicht tragbar. Allerdings ist eine grundsätzliche Überarbeitung des Leitbilds zu begrüßen, sollte an dieser Stelle aber auch vom Präsidium initiiert oder direkt unterstützt werden. Dieses scheint hier aber nicht der Fall zu sein.

Einige Anträge zielen darauf ab, den Verein moderner, transparenter und zukunftsfähiger zu gestalten. Lasst uns unsere Möglichkeiten der Mitbestimmung nutzen und unseren Verein an den richtigen Stellen nachhaltig positiv zu verändern.

Förderkreis Nordtribüne e.V.
Im Juni 2025

 

50+1 ausnahmslos umsetzen!

Jetzt ist es soweit! Das Bundeskartellamt hat die 50+1-Regel erneut geprüft und bescheinigt der Deutschen Fußball Liga wie erwartet Versagen. Das Ergebnis fordert nun die konsequente Umsetzung von 50+1, alles andere ist für uns nicht verhandelbar.

Für uns stellt 50+1 eine wesentliche Besonderheit des deutschen Fußballs dar, die es unbedingt und mit allen Mitteln zu schützen gilt. Für jedermann sichtbare Fehlentwicklungen in zahlreichen europäischen Ligen sind nicht hinnehmbar und auch dank 50+1 bisher in Teilen am deutschen Fußball vorbeigegangen. Dass nun die Strukturen, nicht nur der Werksclubs Leverkusen und Wolfsburg, sondern auch von Hannover und Rasenballsport zum Problem werden, zeigt mit welcher Dilettanz bei der DFL durch die Verantwortlichen gehandelt wurde. So agieren Opportunisten, denen das Kapital näher ist als ihr Auftrag und der Fussball.

Die DFL, die Vereine und ihre Funktionäre müssen jetzt Farbe bekennen. Die betroffenen Vereine müssen kurzfristig ihre Gesellschaftsform und Organisation im Sinne der 50+1-Regel anpassen oder aus dem organisierten Fußball ausscheiden.

Unsere Erwartungshaltung ist klar: 50+1 konsequent anwenden und erhalten!

Fanszenen Deutschland im Juni 2025

Präsidiumswahl HSV e.V. – Eine echte Chance?

Am 21. Juni 2025 wird das neue Präsidium des HSV e.V. gewählt – eine Entscheidung, die maßgeblich mitbestimmen wird, wie sich unser HSV in den kommenden Jahren entwickeln wird. Wie in unseren jüngsten Stellungnahmen zum aktuellen Präsidium vermittelt, stellen sich konkrete Erwartungen an das zukünftige Präsidium: es geht um Visionen und Transparenz der Finanzierungen der Vereinssportanlagen, ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des HSV in Hamburg und eine verlässliche Begleitung der HSV Fußball AG & Co. KGaA, deren Entscheidungen nach wie vor großen Einfluss auf das Gesamtbild des HSV haben. Und nicht zuletzt um eine Modernisierung der Vereinsstrukturen sowie eine klare Haltung zu gesellschaftlichen Themen, bei denen der HSV weiter eine aktive Rolle einnehmen muss. Wir sehen die anstehende Wahl daher als Chance, bei diesen Themen eine Veränderung zu erwirken und unseren HSV voranzubringen.

Um Standpunkte und Haltungen der antretenden Kandidatinnen und Kandidaten für das neue Präsidium sichtbar zu machen, haben wir, als Förderkreis Nordtribüne e.V., allen zugelassenen Bewerberinnen und Bewerbern einen Fragebogen mit acht Fragen zugesendet. Dass diese Wahl wieder inhaltlich und nicht bloß durch vermeintlich großen Namen geführt werden kann, verdanken wir nicht zuletzt dem konkreten Anforderungsprofil und der, soweit erkennbar, gewissenhaft geführten Eignungsprüfung des Beirats. Erfreulicherweise haben uns alle Kandidaten Antworten auf unsere Fragen zukommen lassen. Die Antworten von Anna Stöcken (Kandidatin Vizepräsidentin) finden sich aufgrund eines kommunikativen Missverständnisses nur in der angehängten Tabelle.

In den folgenden Absätzen befassen wir uns mit den relevantesten Aussagen der Antworten und fassen sie sachlich, vergleichend, aber mit klarer Haltung zusammen. Allen Interessierten empfehlen wir, die Antworten auch im Original zu lesen – ihr findet sie unter dem Text verlinkt. 
Zur Erinnerung: Da es hier um die Wahl des Präsidiums des HSV e.V.s geht, finden Themen der ausgegliederten Fußball AG & Co. KGaA (z.B. Ticketpreise, Transferpolitik, Polizeieinsatzkosten) keine Berücksichtigung.

Thema 1: Eigene Zielsetzung

Frage: Was müsste sich durch dich im Verein verändert oder ereignet haben, damit du nach 4 Jahren erfolgreich auf deine Amtszeit zurückblicken könntest? Woran möchtest du dich messen lassen?

Fast alle Kandidierenden teilen hier mehrheitlich das Ziel, den HSV e.V. nicht grundlegend zu verändern, sondern ihn weiterzuentwickeln wollen. Kai Esselsgroth (Kandidat Präsident) nennt klare und greifbare, wenn auch ambitionierte Ziele im Hinblick auf die Infrastruktur des Amateursports. Henrik Köncke (Kandidat Präsident) formuliert ein eher wertebasiertes Zielbild mit Fokus auf einer Kultur des Miteinanders, Identitätsentwicklung und Konfliktfähigkeit. Laura Ludwig (Kandidatin Vizepräsidentin) möchte begrüßenswerterweise speziell Mädchen und Frauen im Vereinssport fördern. Bei der Nennung von konkreten Zielen oder Vorhaben halten sich Frank Ockens (Kandidat Präsident), Ralph Hartmann (Kandidat Schatzmeister) und Michael Papenfuß (Kandidat Schatzmeister) ansonsten stark zurück.

Thema 2: Der HSV als Universalsportverein

Frage: Der HSV e.V. hat als Universalsportverein viel mehr zu bieten als nur Männerfußball. Welche Sparten des Vereins möchtest du in der Amtszeit besonders fördern oder weiterentwickeln? Hast du ein Konzept zur gezielten Förderung von Spitzensport im HSV e.V.?

Ihre Förderung des Amateur- und Spitzensports im HSV e.V. legen die Bewerbenden unterschiedlich aus. Ludwig möchte auf Basis ihres eigenen Netzwerkes im Leistungssport eine individuelle Förderung verfolgen. Köncke und Esselsgroth setzen eher auf eine analyse- und dialogorentierte Entwicklung und visieren dabei eine transparente Gesamtstrategie zur Förderung aller Abteilungen an, ebenso wie Ockens. Papenfuß möchte an den bisherigen Entwicklungen seiner Amtszeit anknüpfen und den Ausbau der Infrastruktur des Amateursports ausbauen, setzt bei der Finanzierung allerdings auf die Unterstützung externer Investoren.

Thema 3: Gesellschaftliches Engagement

Frage: Die Gesellschaft, und damit womöglich auch die Mitgliedschaft, erlebt einen immer deutlicheren Rechtsruck. Wie möchtest du rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen aktiv entgegentreten, so wie es in der Vereinssatzung vereinbart ist?

Ausnahmslos alle Kandidierenden sprechen sich erfreulicherweise einheitlich für eine offene, diskriminierungsfreie Gesellschaft und gegen menschenverachtendes Verhalten aus. Den authentischsten Eindruck vermittelt dabei Esselsgroth, der mit einem fast schon aktivistischen Ansatz eine sehr glaubwürdige Haltung zeigt. Ockens und Köncke betonen die Notwendigkeit nachhaltiger Präventionsstrukturen und einer aktiven, sichtbaren Positionierung des Vereins. Papenfuß sieht bei dem Thema im Verein vor allem „Nachholbedarf“ im Bereich Fankultur. Man merkt seinen Antworten dabei an, dass er Fankultur weder versteht noch verstehen möchte. Die Antworten sind in Stil und Inhalt eher populistisch.

Thema 4: Steuerung

Frage: Das Präsidium als oberstes e.V.-Gremium hat in den letzten Jahren an Ansehen verloren. Doppelfunktion mit vorprogrammierten Interessenskonflikten, dubiose Machenschaften zwischen Präsidium und weiteren Akteuren, Präsidenten, die den e.V. als Sprungbrett in die AG nutzten. Kein leichtes Erbe. Was können wir von dir erwarten, um das Vertrauen der Mitgliedschaft in das Präsidium als Institution wiederherzustellen?

Fast alle Kandidierenden distanzieren sich von früheren Verflechtungen zwischen e.V. und AG sowie von persönlichen Interessenskonflikten. Alle betonen Integrität, Transparenz und glaubwürdige Kommunikation als Grundlage zur Wiederherstellung des Vertrauens in das Präsidium. Ockens verweist auf einen von ihm vor einiger Zeit eingereichten Satzungsantrag zum Wechselverbot vom e.V.-Präsidium in die AG, der allerdings nicht weiter verfolg wurde. Esselsgroth teil unsere Ansicht zum aktuellen Präsidium nicht, sieht sich durch seine aktuelle Rolle als Ehrenratsvorsitzender als vernetzt und vertrauenswürdig. Köncke plant, die Mitglieder ins Zentrum des Vereins zu rücken, möchte diese umfassender informieren und einbinden. Papenfuß gibt sich hinsichtlich unserer Frage ahnungslos, weshalb wir an dieser Stelle gern nochmal auf unsere Stellungnahmen aus dem Frühjahr verweisen. Hartmann will Vertrauen durch Kommunikation und Transparenz gewinnen.

Thema 5: Interessensvertretung

Frage: Zu den Versäumnissen des vorherigen Präsidiums gehört auch das schwache Auftreten, insbesondere in Konfliktsituationen. Vom künftigen Präsidium erhoffen wir klare Haltung und stärkere Moderation zwischen den verschiedenen Interessensvertretern (Vorstand, Aufsichtsrat, Anteilseigner, …) statt selbst Teil des Konflikts zu sein. Wodurch wirst du das umsetzen?

Viele Kandidierende stimmen unserer Forderung zu und sehen gemeinsam die Notwendigkeit einer klareren, souveränen und moderierenden Rolle des Präsidiums zwischen den verschiedenen Interessensvertretern. Esselsgroth und Köncke legen den Schwerpunkt auf Dialog und Vermittlung. Köncke nennt dazu ein (von uns als Förderkreis Nordtribüne e.V. verifizierbares) Beispiel seiner aktuellen Moderationsrolle in der Arbeitsgruppe „Supporters Trust“. Ludwig möchte sich auf Teambuilding, gemeinsame Werte und ein einheitliches Auftreten konzentrieren und Papenfuß betont seine persönliche Dialogbereitschaft.

Thema 6: Anteilsverkauf

Frage: Seit der Ausgliederung des HSV ist das Thema „Anteilsverkäufe“ ein wiederkehrendes und stets kritisch diskutiertes Thema. Der damals versprochene sportliche Erfolg blieb aus, Gelder wurden verbrannt. Wie stehst du weiteren Anteilsverkäufen der HSV Fußball Management AG und Co. KGaA gegenüber und welche Haltung vertrittst du gegenüber potenziellen Geldgebern?

Fast alle betonen, dass weitere Anteilsverkäufe nur in Ausnahmefällen infrage kommen. Köncke, Hartmann und Ockens vermitteln dabei ihre deutliche Verbundenheit zu 50+1 und damit dem HSV e.V. als Mehrheitsgesellschafter. Ludwig stellt in diesem Kontext transparent ihre mangelnde Expertise da, vertraut grundsätzlich aber der Eigenfinanzierung und dem Machterhalt durch den Verein. Viele der Kandidierenden stellen klar, dass ein Verkauf nur bei echter Notwendigkeit und mit Fokus auf die Auswahl der richtigen „Partner“ infrage käme. Eine Befürwortung von fanbasierten Modellen wie dem Supporters Trust, wird dabei nur von Ockens, Köncke und Papenfuß hervorgehoben.

Thema 7: Zusammenarbeit mit weiteren Präsidiumsmitgliedern

Frage: Obwohl es formal nur Einzelwahlen gibt, haben sich im Vorwege Teams mit gemeinsamer Marschroute gefunden. Gute Idee, wenn ein ganzes Team durchkommt. Die letzten Präsidien waren sich nicht immer einig, eines trat sogar deshalb zurück. Wie aber gehst du damit um, wenn niemand sonst aus deinem Team gewählt wird?

Viele Kandidierende zeigen sich kooperationsbereit gegenüber einem gewählten Präsidium. Ockens, Ludwig und Hartmann hoffen zwar an erster Stelle auf ihre Wahl als Team, betonen aber zugleich die Anerkennung der Einzelwahl und sehen auch keine Probleme bei abweichenden Wahlausgängen. Ähnlich sieht es Papenfuß mit seinem Team um Anna Stöcken und Kai Esselsgroth. Esselsgroth verweist auf Gespräche mit Kandidierenden außerhalb seines Teams, eher er eine Einschätzung zur Zusammenarbeit mit ihnen treffen kann. Dadurch wirkt er etwas unkooperativ. Köncke tritt bewusst ohne Team an und ist unabhängig der gewählten Vertretenden zuversichtlich, was eine gute Zusammenarbeit betrifft.

Thema 8: Im Falle einer Nichtwahl

Frage: In den letzten Jahren, aber auch bei dieser Wahl kommen viele Kandidaturen aus anderen Organen und Gremien, die im Fall einer Wahl nachbesetzt werden müssten. Siehst du Probleme darin, im Falle einer Nichtwahl, in das „alte“ Amt zurückzukehren?

Aufgrund dessen, dass nicht alle Kandidierenden ein derzeitiges Amt im HSV innehaben, haben sich hierzu nur drei Antworten eingefunden. Köncke ist aktuelles Mitglied im Aufsichtsrat der HSV Fußball AG & Co KGaA und würde dieses Mandat unabhängig vom Wahlausgang behalten. Er versichert sein bestehendes Engagement im Verein auch dann, wenn er nicht zum Präsidenten gewählt werden sollte. Esselsgroth sieht ebenfalls keine Probleme darin, seine Rolle als Ehrenratsvorsitzender und Beiratsmitglied im Falle einer Nichtwahl fortzuführen. Ockens hat aktuell zwar kein Amt inne, sieht in Personalüberschneidungen von Gremien aber eine Gefahr für die Kontrolle und der klaren Trennung von Aufgaben.

Fazit

Der Kandidatin Laura Ludwig kann man grundsätzlich sportliche Expertise und Ambitionen für den Sport im Verein zugutehalten. Ähnlich wie bei Ralph Hartmann fehlen allerdings konkrete Pläne. Insbesondere bei Hartmann scheint kein fundiertes Konzept vorzulegen, was das Potential eines “frischen Winds” für den Verein unwahrscheinlich scheinen lässt. Franck Ockens ist in seiner Sprache zwar sehr deutlich, wirkt dadurch allerdings teilweise konfrontativ statt integrativ und macht dazu mit seiner persönlichen Nähe zum ausscheidenden Präsidenten Marcell Jansen für uns insgesamt keinen überzeugenden Eindruck. Michael Papenfuß und Kai Esselsgroth sind ihre vereinspolitischen Erfahrungen deutlich anzumerken, sie zeigen sich durchsetzungsstark, aber auch stark steuernd und stellenweise sehr emotional. Dadurch machen sie teilweise einen unbeständigen und weniger kooperativen Eindruck. Die Antworten von Henrik Köncke lassen einen Fokus auf Partizipation und gemeinsame Vereinsentwicklung schließen, die durch seine Arbeit im Aufsichtsrat plausibel erscheinen und einen frischen Wind versprechen könnte. Leider werden seine bisherigen Erfahrungen aus der Vereinsarbeit hier nicht richtig sichtbar.

Aber auch wir haben nicht vergessen, dass in der Vergangenheit an dieser Stelle häufig auf bloße Worte kein Verlass war. Deshalb werden wir alle Beteiligten in entsprechenden Momenten an ihre Worte erinnern und sie an diesen messen.

Lasst uns die Zukunft unseres Vereins mitgestalten und nehmt mit uns am 21. Juni 2025 ab 10 Uhr an der Mitgliederversammlung im Volksparkstadion teil.

Förderkreis Nordtribüne e.V.
Im Juni 2025

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