Ankündigung der aktiven Gruppen der Nordtribüne Hamburg

 

Moin HSV-Fans,
nach über zwei Jahren war es für uns beim Auswärtsspiel in Düsseldorf endlich wieder möglich organisiert im Stadion aufzutreten. Die sehr kurzfristigen Änderungen der Zutrittsbeschränkungen am Vorabend des Spiels ermöglichten uns wieder einen Stadionbesuch nach unseren Vorstellungen. Leider konnten wir euch alle aufgrund der Kurzfristigkeit nicht mehr angemessen über unsere Entscheidung informieren.

Umso mehr freut es uns, dass wir euch nach den aktuellen Beschlüssen des Hamburger Senats mitteilen können, dass wir ab Samstag, zum Heimspiel gegen Paderborn, auch endlich wieder auf der Nordtribüne anzutreffen sind. Für die Auswärtsspiele behalten wir die regionalen Einschränkungen im Blick und entscheiden dann, jeweils im Einzelfall, ob ein Auftritt im Stadion möglich ist oder nicht.
Wir brennen darauf unserer jungen Mannschaft in dieser wichtigen Phase der Saison wieder den Rücken stärken zu können.

756 verdammt lange Tage sind genug.
Wir sind wieder da.
Auf geht’s Nordtribüne!

Die aktiven Gruppen der Nordtribüne Hamburg

20. März – Fußball für alle!

Die Nachrichten in Sachen Corona haben sich in den letzten Wochen wieder einmal überschlagen. Ab dem 20. März sollen alle „tiefgreifenden“ Corona-Maßnahmen fallen – wie immer gibt es also ein Hintertürchen und das ist nach dem bisherigen Pandemieverlauf auch durchaus verständlich.
Wir wissen heute noch nicht, wie die Lage in den nächsten Wochen und Monaten sein wird. Wir verstehen die Ankündigungen aus der Politik allerdings so, dass die meisten Einschränkungen bald fallen. Das heißt für uns: Wir gehen davon aus, dass auch beim Stadionbesuch wieder Normalität einkehrt. Die Einschränkungen der vergangenen Monate dürfen die Pandemie nicht überdauern. Die letzten zwei Jahre Fußball waren alles, nur nicht unsere Normalität und dürfen auch niemals dazu werden!
An dieser Stelle nehmen wir deshalb die Verbände und Funktionäre in die Pflicht. In den letzten zwei Jahren haben sie sich nicht mit Ruhm bekleckert, aber stetig beteuert, wie wichtig Fans für den Fußball sind. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich ebenfalls für einen Fußball ohne Einschränkungen auf allen Ebenen einzusetzen. Dies bedeutet:
• Volle Auslastung der Stadien inklusive der Stehplätze
• Keine Zutrittsbeschränkungen
• Keine Maskenpflicht unter freiem Himmel
• Keine personalisierten oder digitalen Tickets
• 10 % Gästekontingent
• Keine Kompensation der Verluste der Pandemiezeit durch Preiserhöhungen für das Stadionpublikum
Das wäre ein nachhaltiger Schritt für alle Stadionbesucher!
Während sich der Stadionbesuch wieder normalisiert, ist das System des Profifußballs weiterhin kaputt. Deshalb erinnern wir noch einmal an unsere Forderungen für einen nachhaltigeren Fußball, die sich seit Beginn der Pandemie nicht verändert haben. Wir fordern:
 • Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder!
 • Verpflichtende Bildung von Rücklagen, um künftige Krisen besser überstehen zu können!
 • Erhalt der 50+1-Regel und ein Ende von Finanzdoping!
 • Gehalts- und Transferobergrenzen!
 • Beschränkung der Einflüsse der Spielerberater!
 • Obergrenzen für Spielerkader!
Groß waren vor zwei Jahren die Lippenbekenntnisse. Groß war die vermeintliche Demut in der finanziellen Not. Verändert hat sich bislang nichts.
Der Fußball braucht Veränderungen. Der Stadionbesuch muss fanfreundlich sein.
Jetzt seid ihr dran: Lasst den Worten Taten folgen.
Fußball für alle!
Die Fanszenen Deutschlands im März 2022

Statement

Aufgrund des Auftritts von Tomasz Froelich, stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Alternative, in sozialen Netzwerken möchten wir Folgendes deutlich klarstellen:

Seine Person ist in der Fanszene unseres HSV nicht erwünscht und wird nicht geduldet. Dies gilt ebenso für die menschenverachtenden Ansichten (s)einer rechtsgerichteten Partei. Auch die mancherorts genannten „Boozehounds“ spielten beim HSV nie eine Rolle und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Für die parteipolitischen Interessen der AfD, deren menschenfeindliche Ideologie grundsätzlich den Werten des Hamburger Sport-Vereins und denen der Nordtribüne Hamburg widerstrebt, lassen wir uns nicht instrumentalisieren.

Wir stehen für eine vielfältige und zugleich vereinte Fangemeinde. Menschen, die diskriminierendes Verhalten in unseren Reihen ausleben oder gar etablieren wollen, stehen unseren Zielen, Werten und Vorstellungen entgegen.

Nazis sind beim HSV nicht willkommen!

 
Förderkreis Nordtribüne e.V.
Castaways
Clique du Nord
HH-Ost
Sektion Schleswig-Holstein
Forza Hamburg
Banda Caotica
Iron Loyalty
Turn Up
Nordhessen
Vorstadtbande

Statement der Castaways Ultras

Moin Nordtribüne, im folgenden möchten wir euch gerne ein Statement der Castaways Ultras zum Thema Stadionrückkehr vorstellen:

„Moin,
und vielen Dank dafür, dass ihr unsere kleine Hilfsaktion mit den Kalendern so gut angenommen habt. Das zeigt, dass unsere HSV-Familie immer noch lebendig ist, obwohl wir einander schon seit über 20 Monaten nicht mehr in gewohnter Form gesehen haben.
Diese knapp zwei Jahre waren ein emotionales Auf und Ab: Durch Verschärfungen und Lockerungen, politische und persönliche Entscheidungen, Kontaktbeschränkungen und Wiedersehen lagen Hoffnung und Frust oft sehr nah beieinander. Auch die schmerzhaften Verluste während all dieser Zeit sollen nicht unerwähnt bleiben. Unter all diesen Eindrücken fällt es uns als Gruppe schwer, diese weit über jeden Fußballtellerrand hinausgehende Situation angemessen zu kommentieren. So gern wir hier einen für alle zufriedenstellenden Weg zurück ins Stadion aufgezeigt hätten, wir haben ihn im Augenblick noch nicht gefunden. Denn uns ist klar, dass es unmöglich scheint, allen Moral- und Mentalitätsvorstellungen innerhalb unserer Gruppe, der Szene und innerhalb des Stadions gerecht zu werden. Trotzdem möchten wir unserer führenden Rolle auf der Nordtribüne nachkommen und einen Versuch wagen.

Als sich im Herbst die Stadien wieder füllten, wurden auch unsere Gedanken über eine organisierte Rückkehr konkreter. Es folgten Gespräche, wie und unter welchen Bedingungen so etwas stattfinden könnte. Doch genau diese Rahmenbedingungen änderten sich schneller und häufiger als gedacht. Fehlende Weitsicht, Planlosigkeit und intransparentes Vorgehen von Politik und Behörden erschwerten die Lösungsfindung zusätzlich. Dabei wissen wir das Engagement des HSV im Sinne aller Fans zu schätzen und wünschen uns, dass das auch weiterhin bestehen bleibt.

Trotzdem befinden wir uns weiterhin in einem Ausnahmezustand, der jede Normalität außer Kraft setzt. Bilder aus zwischenzeitlich vollen Stadien wurden wieder durch Bilder aus vollen Intensivstationen ersetzt. Gern wären wir an dieser Stelle näher auf grundsätzliche Bedingungen eingegangen, unter denen wir uns eine Rückkehr vorstellen könnten. Allerdings fühlt sich der Zeitpunkt sehr unpassend an, um nun detaillierte Ansprüche öffentlich zu formulieren – was nicht heißt, dass wir diese nicht hätten. Nur so viel: So lange die Lage so beschissen bleibt wie jetzt, ist eine organisierte und geschlossene Rückkehr als Gruppe ins Stadion nicht vorstellbar und unsere Wunschbedingungen sind wieder in weite Ferne gerückt. Wir sehnen uns immer noch sehr nach dem Stadionbesuch, dem Grundstein von allem.
Es gab viele Momente, in denen wir die Mannschaft gern so unterstützt hätten, wie wir uns es vorgenommen haben.

Umso wütender waren wir über die zwischenzeitlichen Zustände im gesamten Stadion und auch auf der Nordtribüne, die unsere Abwesenheit als Gruppe noch schwerer gemacht haben.
Rassismus, Becherwürfe und andere Scheiße sind im Stadion nicht willkommen –
Bleibt einfach zuhause!
Abgesehen davon werden wir die Entscheidung und die Verantwortung eines Stadionbesuches weiterhin allen individuell überlassen, das heißt, niemanden dazu zu drängen oder daran zu hindern. Aus diesem Grund waren in der Hinrunde einzelne Mitglieder unserer Gruppe auch im Stadion anzutreffen, nur eben nicht als solche organisiert.

Wöchentliche Wasserstandsmeldungen wird es hier auch künftig nicht geben und Stammtischdebatten dürfen gern weiter ohne uns stattfinden. Sobald Entspannung in Sicht ist, werden wir uns einmalig detaillierter äußern, gegebenenfalls auch kurzfristig. Jeder Versuch, unser (Nicht-)Auftreten als Boykott gegen die Mannschaft umzudeuten oder unsere Worte für gesamtgesellschaftliche Debatten zu instrumentalisieren, wird scheitern.

Bleibt gesund und bis hoffentlich ganz bald!

Castaways Ultras im Dezember 2021″

Statement der aktiven Gruppen der Nordtribüne Hamburg

Moin Nordtribüne,

die Pandemie, die unser Leben über schon anderthalb Jahre fest im Griff hat, ist noch immer nicht vollständig überwunden. Und auch, wenn wir das Engagement unseres HSV für einen Stadionbesuch, wie wir ihn aus vergangenen Tagen kennen, sehr begrüßen, wird es seitens der aktiven Fanszene weiterhin keinen organisierten Support geben.

Die Gründe für unsere Entscheidung sind vielfältig. Fakt ist aber, dass ein Stadionbesuch unter den aktuellen Umständen noch nicht für alle von uns vorstellbar ist. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal klarstellen, dass für uns seit Beginn der Pandemie der Schutz unserer Mitmenschen immer an erster Stelle steht. Versuchen, diese Entscheidung als irgendwie geartete „Solidarisierung“ mit Verschwörungstheoretikern und Coronaleugnern umzudeuten, werden wir daher keinerlei Beachtung schenken.

Wir werden auch in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin unsere Optionen ausloten und hoffen schon bald wieder als geeinte und lautstarke Nordtribüne auftreten zu können.

Die aktiven Gruppen der Nordtribüne Hamburg

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