„Wer Stadionverbote auf Verdacht will, bekommt Olympiaverbot per Referendum“ war im letzten Herbst auf einem großen Spruchband der Nordtribüne Hamburg zu lesen. Gerichtet waren diese Worte an den Hamburger Innensenator Andy Grote von der SPD. Ziemlich genau ein halbes Jahr später, am Sonntag vor gut einer Woche, hat Andy Grote seine Stadionverbote auf Verdacht durchgesetzt bekommen – der DFB ist eingeknickt und hat eine Reform der Stadionverbotsrichtlinien beschlossen, die rechtsstaatliche Grundsätze verletzt.
Wie vor einem halben Jahr machen sich auch heute immer noch viele Fußballfans in Hamburg und darüber hinaus Sorgen um die Fankultur. Vom 17. bis 19. Juni trifft sich in Hamburg die Innenministerkonferenz (IMK) zur Frühjahrssitzung, bei der wieder über Maßnahmen in Fußballstadien gesprochen werden soll.
Im letzten Herbst protestierten Fußballfans in ganz Deutschland gegen die diskutierten Maßnahmen. Mitte November kamen mehr als 20.000 Fußballfans von über 50 Vereinen aus ganz Deutschland zusammen, um über Vereinsgrenzen hinweg ein unübersehbares Zeichen zu setzen. In Hamburg demonstrierten Ende November vor einem Heimspiel 8.000 HSV-Fans für die Fankultur und gegen den Hamburger Innensenator Andy Grote, der schon damals von Fußballfans in ganz Deutschland als maßgeblicher Treiber der populistischen Forderungen identifiziert wurde.
Die IMK gab sich im Anschluss an die Proteste in den Stadien und darüber hinaus gemäßigter und kündigte „Dialog und Transparenz“ an. Passiert ist davon bis heute: Nichts. Auch unter Hamburger Vorsitz übt sich die IMK weiterhin in Geheimniskrämerei. Stattdessen machen Innenminister*innen in verschiedenen Bundesländern öffentlich Stimmung gegen Fußballfans. So verspielt man Vertrauen in politische Entscheidungsträger*innen und Prozesse. Ausgerechnet in der Bundesliga-Sommerpause, in der in den Stadien nicht protestiert werden kann, und im Schatten einer Fußball-WM könnten jetzt neue Maßnahmen beschlossen werden.
Wir fordern, dass die IMK endlich ihren fanfeindlichen und populistischen Irrweg verlässt! Wir fordern Transparenz statt Geheimhaltung! Wir fordern eine öffentliche Erklärung von Hamburgs Innensenator zum Stand der geplanten Maßnahmen!
Die letzten Monate haben gezeigt, dass sich Fußballfans in Hamburg und darüber hinaus nicht auf die Verbände verlassen können. Es wird weiter an ihnen selbst bleiben, ihren Unmut auszudrücken und nicht zu vergessen, wer diese populistisch geprägte Agenda zu verantworten hat.
Teilt diesen Text und zeigt, dass wir uns die Fankultur nicht von der IMK kaputt machen lassen!
Fanhilfe Nordtribüne
im Juni 2026
