Spieltagszerstückelung stoppen!

28. Februar 2026

Moin HSV-Fans,

wir spielen unsere erste Bundesliga-Saison seit Jahren und füllen dabei alle Stadien. Auch vor den TV-Geräten ist der HSV ein echter Quotengarant. Das Ganze auch noch unabhängig vom sportlichen Erfolg und vor allem auch egal bei welchem Gegner. Klingt erstmal alles positiv, hat aber eben auch seine Nachteile. Gegen die unbeliebten Dosen aus Leipzig (eine kritische Einordnung findet ihr hier) spielen wir schon zum zweiten Mal (erstes Mal: Union Berlin auswärts) in dieser Saison am Sonntag um 19:30 Uhr.

Grundlegend sieht der Spielplan das Freitagabendspiel (20:30 Uhr), die Samstagsspiele (15:30 Uhr) mit dem anschließenden Top-Spiel (18:30 Uhr) und zwei Partien am Sonntag (15:30/17:30 Uhr) vor. Findet unter der Woche ein europäischer Wettbewerb statt, so wird eine Partie von Samstag um 15:30 Uhr auf den Sonntagabend um 19:30 Uhr geschoben. Einmal zur Einordnung: der Termin am Sonntagabend wurde für die Europapokalteilnehmer eingeführt, um diese zu entlasten. Weder spielt Union Berlin noch Red Bull dieses Jahr im Europapokal.

Was steckt also dahinter? Gibt es mehr Europapokalteilnehmer? Oder eine Änderung im System des europäischen Wettbewerbs?

Die Antwort ist leider im Vermarktungswahn der DFL zu finden. Zwar haben die Anstoßzeiten keinerlei Einfluss auf die TV-Gelder oder deren Verteilung, aber die Partner haben so genannte Pick-Rechte. Das bedeutet, die Pay-TV-Sender können Einfluss auf den Spielplan nehmen und gewisse Partien auf ihre Sendezeiten legen lassen. In der letzten Saison hat dies neben den Bayern auch Quotenbringer wie Bremenund andere Traditionsklubs getroffen. Eine hohe Quote erreicht man mit Wolfsburg, Hoffenheim oder eben auch Red Bull erstmal nicht.
Und auch der Verband hat ein Interesse an hohen Einschaltquoten, da der nächste TV-Vertrag oder Investorendeal gejagt wird und man so eine deutlich bessere Verhandlungsbasis hat. Hinzu kommt, dass es in der Vorsaison noch 11 Partien zu dieser unmöglichen Anstoßzeit waren, in dieser Saison sind es sogar geplante 15.

Bringen wir es einmal auf den Punkt: Die DFL belügt die Fans und die Vereine seit Einführung der neuen Anstoßzeit. Hatte man nach Abschaffung der Montagsspiele noch eine berechtigte Hoffnung auf eine sinnvolle Verbesserung, so ist man durch den Missbrauch der Sonntagabendspiele wieder beim gleichen Thema. Da, auch nur wenn die Quoten passen,die von der DFL selbstauferlegte 300km-Regel für Auswärtsfans eingehalten wird, heißt es Urlaub nehmen, um das Spiel des eigenen Vereins im Stadion sehen zu können. Was für uns schon anstrengend werden kann, ist für die Fans von europäisch spielenden Teams nochmal um ein Vielfaches schlimmer. Seit Einführung des Ligensystems im Europapokal braucht man gefühlt schon jede Woche freie Tage.

Wir stehen ganz klar für fangerechte Anstoßzeiten ein und fordern die DFL auf, die weitere Zerstückelung der Spieltage zu stoppen. Zudem sollen die vereinbarten Regeln eingehalten und nicht zu Marketingzwecken missbraucht werden. Der Fußball muss für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein und das Ausleben der Fankultur sowie die Unterstützung der Mannschaft problemlos möglich sein.  

Für fangerechte Anstoßzeiten!

Förderkreis Nordtribüne e.V.
Im Februar 2026

 

 

 

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